Praesenzpflicht abgeschafft

Präsenzpflicht? War bei uns eine "Keule"! Was wir jetzt stattdessen machen...

Marcus Stimme klang verzweifelt: "Unsere besten Leute laufen uns davon! Ich habe schon alles Mögliche versucht - und gestern haben schon wieder zwei Mitarbeiterinnen gekündigt."


Mitarbeitende wollen nicht jeden Tag ins Büro kommen

Marcus ist der führende Kopf einer gut laufenden Projektentwickler-Gesellschaft. "Ich muss meine Leute einfach um mich haben. Da flutscht die Arbeit einfach besser“ hatte Marcus mir letzten Sommer noch erzählt. Und eine Weile lang schien das auch gut zu gehen. Die Büroräume sind totschick – viele Beschäftigten wären dankbar, in einem solchen Ambiente zu arbeiten.

Doch der Zeitgeist ging auch dieser Belegschaft nicht spurlos vorbei. Immer öfter standen einzelne Mitarbeitende in seinem Büro und baten Marcus darum, ihre Arbeit an einzelnen Tagen auch zuhause zu erledigen.

Fachkräfte fragen nach Homeoffice-Optionen

Und nicht nur das: In den Bewerbungsgesprächen fragten ausnahmslos alle Bewerber:innen nach Homeoffice-Optionen. „Was soll ich denn jetzt tun – muss ich etwa auch auf diesen Zug aufspringen und Remote Work erlauben?“ fragte mich Marcus eines Tages.

100% Präsenzpflicht ist eine Keule

Zunächst haben wir herausgefunden, warum er so erbittert gegen Homeoffice war. Wer seit 20 Jahren seine Leute zu besten Leistungen führt, hat den Bogen raus, dachte Marcus. Und wieso sollte er daran etwas ändern? Ganz einfach: Weil sein Unternehmen ansonsten nur noch mittelmäßige Leistung von den Beschäftigten bekommen würde. 100% Präsenzpflicht war hier eine Keule.

Wie organisieren wir uns, wenn jeder woanders arbeitet?

Als ihm das klar vor Augen stand, fühlte sich der Rest fast mühelos an:
Gemeinsam mit seinen Mitarbeitenden hat Marcus geklärt, an welche Spielregeln sich alle halten, damit die verteilte Zusammenarbeit gut klappt. Die Teams haben sich auf gemeinsame Team-Tage geeinigt, an denen alle im Büro sind.

Seitdem sein Unternehmen räumlich verteilte Arbeit eingeführt hat, sind seine Beschäftigten wesentlich zufriedener. Marcus freut das sehr, denn jetzt sind seine Leute auch wieder produktiver.

Die Mitarbeitenden danken es ihm.

Und bleiben im Unternehmen.

 

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