Psychologische Sicherheit: Jetzt bekomme ich eigenständige Arbeit von meinen Teams

Psychologische Sicherheit: Jetzt bekomme ich eigenständige Arbeit von meinen Teams

"Lange dachte ich, wir haben einfach die falschen Mitarbeiter" begann Christian. "Die haben überhaupt nicht eigenständig gearbeitet. Dauernd kamen sie zu mir, um mich um Rat zu fragen...

Ich wurde ständig unterbrochen und konnte mich kaum noch um meine eigentlichen Aufgaben als Geschäftsführer kümmern."

"Oh, das klingt wirklich belastend", erwiderte sein Freund.

Mitarbeitende arbeiten vollkommen unselbstständig

"Ja, und dann fragte ich mich immer öfter, was mit denen eigentlich los ist, dass sie nicht selbstständig ihre Aufgaben erledigen. Oder ob ich selbst etwas ändern könnte. Allerdings hatte ich schon so vieles ausprobiert. Deswegen wusste ich damals einfach nicht weiter", fuhr Christian fort.

"Und was hast Du dann unternommen?"

„Zufällig traf ich auf einer Vernissage eine Beraterin, der ich mich anvertraute. Ihre Ideen klangen gut, deswegen habe ich sie kurzerhand damit beauftragt, sich um meine Mitarbeiter zu kümmern."

"Und was hat die Beraterin dann gemacht?", fragte sein Freund nach.

Wieso hilft psychologischen Sicherheit?

"Sie hat mir geraten, meinen Mitarbeitenden mehr Verantwortung zu geben und sie stärker in Entscheidungsprozesse einzubeziehen", antwortete Christian.

"Ich habe dann irgendwann erkannt, dass ich bislang zu oft den Ton angegeben und Entscheidungen allein getroffen hatte. Damit hatte ich meine Leute häufig daran gehindert, eigenverantwortlich zu handeln. Zudem war meine Kommunikation offenbar nicht klar genug. Das hat die Kollegen immer wieder verunsichert und zu Missverständnissen geführt.

Meine Beraterin hat dazu irgendwas von "psychologischer Sicherheit* erzählt, die meinen Mitarbeitenden anscheinend fehlt."

„Hm, das klingt spannend. Was hast Du dann unternommen?"

Keine Angst vor Fehlern

"In einem ersten Schritt habe ich meine Mitarbeiter regelmäßiger und offener in Entscheidungsprozesse eingebunden", erklärte Christian. "Ich habe sie außerdem ermutigt, eigene Ideen und Vorschläge einzubringen. Vor allem habe ich aber an meiner Kommunikation gearbeitet Einerseits formuliere ich jetzt viel klarere Zielvorgaben. Andererseits gebe ich meinen Mitarbeitern mehr Freiheit, eigenständig zu arbeiten: Wenn es ab und zu mal schiefgeht, ist mir das lieber, als wenn ich ihnen alles vorgeben muss."

"Und das macht Euch jetzt so erfolgreich?", fragte sein Gesprächspartner nach.

"Genau", bestätigte Christian. "meine Mitarbeitenden berichten mir immer wieder, dass sie sich jetzt viel besser gehört und wertgeschätzt fühlen. Wahrscheinlich sind sie deswegen mittlerweile bereit, viel mehr Verantwortung zu übernehmen. Und ich habe endlich wieder mehr Zeit, mich auf meine eigenen Aufgaben zu konzentrieren.

Ich kann jetzt also wieder AM statt IM Unternehmen arbeiten!“

*Psychologische Sicherheit (nach Amy Edmondson)

Amy Edmondson ist eine Forscherin, die auf dem Gebiet der positiven Psychologie geforscht hat. Sie hat herausgefunden, dass Teams besser zusammenarbeiten, wenn sie ein Umfeld schaffen, in dem sich jeder traut, Ideen zu äußern und Fragen zu stellen. Das bedeutet, dass alle Mitglieder eines Teams eine positive Einstellung haben sollten und sich gegenseitig unterstützen, um gemeinsam Ziele zu erreichen. Wenn ein Fehler passiert, sollten alle zusammenarbeiten, um ihn zu beheben, anstatt sich gegenseitig die Schuld zu geben. Auf diese Weise können Teams erfolgreich sein und ein gutes Gefühl der Zusammenarbeit entwickeln.

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