Vertrauen auf Distanz - 8 praktische Schritte

So gelingt Vertrauen auf Distanz - 8 praktische Schritte

"Hilfe! Wie soll ich Leistung sicherstellen, wenn ich meine Leute nicht mehr jeden Tag im Büro sehe?"

"Seit alle woanders arbeiten, habe ich Angst, dass unsere Teams auseinanderfallen!"

Ruhig Blut! Es gibt Wege - und diese sind sogar wissenschaftlich belegt.


Ein Pionier auf diesem Gebiet ist Paul J. Zak, der mithilfe der Neuroökonomie die Auswirkungen des Gehirnchemikalie Oxytocin auf Vertrauen und Kooperation untersucht hat.

In seinem Artikel "The Neuroscience of Trust" skizziert Zak, wie acht spezifische Managementpraktiken die Produktion von Oxytocin anstoßen - und dadurch Vertrauen und eine kooperative Arbeitskultur im Unternehmen aufbauen.

Dabei betont Zak, dass jedes Unternehmen, vom Kleinbetrieben bis zum Konzern, von diesen Erkenntnissen profitieren kann.

Und damit eine gesünderes, vertrauensvolleres und produktiveres Arbeitsumfeld etabliert.

Acht Schlüsselfaktoren für den Aufbau von Vertrauen


Zak formuliert die acht Managementpraktiken als kraftvolles Instrumentarium, um organisatorisches Vertrauen aufzubauen. Jede der Maßnahmen soll spezifisch auf die Stimulierung der Oxytocin-Produktion abzielen.

Ich will mehr erfahren!

 

Gute Leistung? Bitte immer anerkennen!


Menschen sehnen sich nach Anerkennung. Ein einfaches "Danke" oder "Gut gemacht" kann Wunder wirken und nicht nur den Mitarbeitern zeigen, dass ihre Leistungen wertgeschätzt werden, sondern auch dazu beitragen, dass sich das Team als Ganze geschätzt und zusammengehörig fühlt.

Mitarbeitende wollen zeigen, was in ihnen steckt


Moderate Herausforderungen, die Mitarbeiter aus ihrer Komfortzone locken, können die Produktion von Oxytocin stimulieren und zu einem gesteigerten Zusammenhalt führen.

Das "wie" selber bestimmen lassen


Mitarbeitende schätzen die Möglichkeit, ihre Arbeit auf ihre eigene Weise zu bewältigen.

Wenn Sie Ihren Teams diese Freiheit gewähren, fühlen sich ihre Leute viel stärker selbst verantwortlich für die Ergebnisse. Das ist einfach ein tolles Gefühl und macht Ihre Mitarbeitenden sicherer in dem, was sie tun.

Zugleich stärken Sie ihre gemeinsame Vertrauensbeziehung: Ihre Mitarbeitenden trauen sich mehr zu- und Sie bekommen die Leistung, die Sie brauchen. Das ist auch gut für ihre gegenseitige Vertrauensbeziehung.

So macht die Arbeit Spaß...


Die Möglichkeit, die eigene Arbeit zu gestalten und zu optimieren, schafft nicht nur Flexibilität, sondern stärkt auch die Bindung an diese Tätigkeit und fördert ein Gefühl der Selbstverwirklichung.

Freude an der Arbeit entsteht durch zielgerichtete Arbeit in einem vertrauensvollen Team. Das zeigt eine landesweite, repräsentative Umfrage (s. Quelle) Denn der Zusammenhang zwischen Vertrauen, das durch Sinnhaftigkeit verstärkt wird, und empfundener Freude bei der Arbeit ist erstaunlich hoch.

Um dies zu messen, fragen Sie einfach: "Wie viel Spaß macht Ihnen Ihre Arbeit an einem typischen Tag?"

Transparente Informationen


Transparenz schafft Vertrauen. Je umfassender Informationen im Unternehmen geteilt werden, desto mehr fühlen sich die Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse einbezogen und desto stärker ist der Gesamtzusammenhalt.

Beziehungen gezielt aufbauen


Der gezielte Aufbau persönlicher Beziehungen geht über das reine Berufsumfeld hinaus und schafft ein menschliches, warmherziges Arbeitsklima, in dem sich die Mitarbeiter geschätzt und unterstützt fühlen.

Bedürfnisse der Mitarbeitenden im Blick behalten


Unternehmen sollten nicht nur die fachliche Weiterbildung, sondern auch das persönliche und soziale Wachstum ihrer Mitarbeitenden im Blick haben. Indem sie die Bedürfnisse ihrer Belegschaft im Blick behalten, schaffen sie ein Klima des gegenseitigen Vertrauens.

Sich selber verletzlich zeigen


Immer den Überlegenen zu spielen und eigene Fehler zu verbergen durchschauen Mitarbeitende schnell als innere Feigheit.

Sich als Führungsperson auch mal unsicher zu zeigen und Fehler zuzugeben, zeigt hingegen keine Schwäche an.

Im Gegenteil: Wenn eine Führungskraft menschlich und verletzlich ist, wissen Mitarbeitenden das sehr zu schätzen - denn auch Führungskräfte "sind nur Menschen" und sollten als solche nahbar und nicht unfehlbar sein.

 

Wir wollen uns als Team stärker vertrauen

 

So gedeiht Vertrauen

Im Kern geht es darum, Vertrauen aktiv zu kultivieren.

Dies sollte keine isolierte Maßnahme sein, sondern als strategischer Ansatz in das Führungsverständnis und die Unternehmenskultur integriert werden.

Führungskräfte können dies erreichen, indem sie

  • eine Umgebung schaffen, die Sicherheit und Vertrauen fördert
  • Freiheiten und Fähigkeiten der Mitarbeitenden stärken
  • die Bedürfnisse ihrer Belegschaft respektieren und ernst nehmen


Obwohl die vorgeschlagenen Methoden simple menschliche Verhaltensweisen wie Dankbarkeit oder Offenheit beinhalten, bergen sie die Kraft, ein starkes Vertrauensfundament in Unternehmen zu legen.

Zak skizziert hier keinen fertigen Vertrauens-Leitfaden, sondern zeigt einen wissenschaftlich fundierten Weg auf, Vertrauen aktiv zu fördern.

Dieser Weg erfordert keine großen strukturellen oder finanziellen Änderungen.

Er erfordert jedoch ein anderes Agieren als Führungskraft.

Und das kann - je nachdem - ein sehr großer Schritt sein!

Fazit


Der Weg zu einer vertrauensvollen Unternehmenskultur mag komplex erscheinen.

Doch die Implementierung dieser acht grundlegenden Praktiken stellt einen vielversprechenden Ansatz dar, der auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht und bereits in vielen Organisationen erfolgreich angewendet wird.

Unternehmen, die diesen Weg beschreiten, profitieren von

  • gesteigerter Mitarbeiterzufriedenheit
  • höherer Motivation
  • einem verbesserten kollaborativen Umfeld

Doch der wohl größte Gewinn ist das gesteigerte Vertrauen zwischen Mitarbeitenden und Unternehmensführung.

Das färbt auch zudem positiv ab (auf das restliche Unternehmen).

Damit können Sie sicher sein, dass Ihr Unternehmen auf einem guten Weg ist. In eine gesunde und erfolgreiche Zukunft.

Wir wollen uns als Team stärker vertrauen

 
Quelle: https://hbr.org/2017/01/the-neuroscience-of-trust

 

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